Donnerstag, 16. Juni 2011

Bartimäus - Der Ring des Salomo: Band 4 
von Jonathan Stroud

„Anders als gewisse unbedeutendere Dschinn, die sich in Obszönitäten und unpassenden Vergleichen ergehen, lege ich großen Wert auf Anstand. Schon immer. Das ist mein Markenzeichen. Anders ausgedrückt, die Benimmregeln, die ich nicht beherzige, könnte man einem Liliputaner auf den Hintern tätowieren, vorausgesetzt, man hält ihn ordentlich fest, damit er nicht zappelt.“
Das ist Bartimäus von Uruk, Dschinn der Vierten Stufe.
Bartimäus – Der Ring des Salomo ist zwar der vierte Band der Bartimäus Reihe, baut aber nicht auf den vorigen Büchern auf, sodass man es getrost zuerst lesen kann.
Das Hauptpersonenregister zu Beginn des Buches ist Unsinn. Da man noch nichts mit den Namen verbindet, vergisst man sie sofort wieder oder verdirbt sich im schlimmeren Fall noch eine Überraschung.
Allerdings würde ich Neueinsteigern empfehlen, die „Anmerkungen zur Zauberei“ und „Anmerkungen zu Geistern“ (Seite 465 – 469 im Hardcover) zu lesen um den Einstieg zu erleichtern.
Wir schreiben das Jahr 950 v. Chr. In Israel. Bartimäus ist Diener eines Hofmagiers des großen König Salomo. Dieser besitzt einen Ring mit dem er Wesenheiten vom Anderen Ort ohne Ritual in beliebiger Anzahl beschwören kann. Niemand wagt es, ihm zu trotzen, doch Bartimäus schafft es natürlich, ihn zu verärgern. (Dabei spielen ein anstößiges Lied und eine Menge Magierblut eine Rolle.) Daraufhin landet Bartimäus bei dem wohl gemeinsten Herren, den man sich vorstellen kann.
Parallel wird Asmira, die erste Wächterin der Königin von Saba mit einem geheimen Auftrag nach Jerusalem geschickt.
Sie trifft auf Bartimäus und wie sich die Geschichten der beiden verknüpfen und worum es eigentlich geht, findet ihr auf 463 Seiten heraus.
Jonathan Stroud hat den Stil der vorigen Romane beibehalten und auch in Witz und Spannung steht er ihren in nichts nach. Über jedem Kapitel steht der Name desjenigen, aus dessen Perspektive geschrieben wird. Dabei empfand ich den häufigen Perspektivwechsel nicht störend. Im Gegenteil haben sie mit sehr gefallen, da man die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln erfährt.
Bartimäus ist der einzige ist, der den Ich-Erzähler verwendet, wobei er den Leser von Zeit zu Zeit direkt anspricht und benutzt Fußnoten für Erläuterungen oder Abschweifungen. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde Bartimäus dem Leser die Geschichte bewusst erzählen.
Durch den schwarzen ironischen Humor wird jeder Zeilen zum Lachen finden denn von historischen Anspielungen bis zu Nilpferden in Baströckchen ist alles dabei.
Was mir besonders gefallen hat, waren die Einblicke in Bartimäus Vergangenheit, seine „Geburt“ und seinen Dienst in Uruk. Zu erfahren, wieso der Dschinn der geworden ist, der in den vorigen Romanen in London beschworen wird ist sehr interessant.
Ebenso kann man die Entwicklung Asmiras verfolgen, deren Sturheit anstrengend werden kann. Dennoch gibt die eine sympathische weibliche Hauptperson ab.
Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, aber bitte bedenkt dass es sich um Jugendliteratur handelt, die nicht den Anspruch hat besonders weise und tiefsinnig zu sein.


Verlag: cbj
EUR 18,99
Gebunden
ISBN-10: 3570139670
ISBN-13: 978-3570139677

Kommentare:

Thymier hat gesagt…

Ein hoch auf Bartimäus. Kann ich nur bestätigen, wobei mich persönlich das Personenverzeichnis am Anfang des Buches nicht gestört hat. Dafür hätte ruhig die Erläuterung am Anfang kommen können...

mfG
Thymier

Mila hat gesagt…

Ahh, das ist also ein Prequel. Gut zu wissen! Ich hab leider erst Band 1 gelesen, aber 2 fliegt auch schon hier rum!

Ahja, und Personenverzeichnisse find ich auch oft überflüssig. Ich guck da während des Lesens eh nie rein.

lg

Ianeira hat gesagt…

Prequel.. schönes Wort.
Wenn ich so nachenke, ist es der erste den ich je gelesen habe. Das mag aber auch daran liegen, das ich noch nicht al zu viele Reihen gelesen habe. Vielleicht ändert sich das ja noch...
Schlagt mit ruhig Bücher vor, die euch gefallen haben =3

Dekadenz hat gesagt…

Normaler Weise mag ich Bücher die Fantasie und Realität verbinden nicht sonderlich, doch ich gebe zu deine Rezension hat mich neugierig gemacht.

Vielleicht finde ich in nächster Zeit einmal die Gelegenheit, es mir zu Gemüte zu führen.

Danke für den Rat.
mbG